Was für ein Feiertag ist der 1. Mai?

Am 1. Mai ist Tag der Arbeit. Viele Menschen nutzen den Tag zum Ausschlafen, schließlich fanden am Vorabend diverse Feiern statt, meist haben die dann wenig mit dem Tag der Arbeit oder gar mit Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechten zu tun, es waren Maifeiern.

Und irgendwie klingt es ja leicht paradox, dass der Tag der Arbeit ausgerechnet zum Ausschlafen dient.

Der Erste Mai wird als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder auch als Maifeiertag bezeichnet. Er ist in Deutschland, Liechtenstein, Österreich, Belgien, Spanien , Teilen der Schweiz, der Volksrepublik China und vielen anderen Staaten ein gesetzlicher Feiertag.

Warum ausgerechnet der 1. Mai?

Das geht auf einen Generalstreik am 1. Mai 1886 zurück, zu dem die nordamerikanische Arbeiterbewegung aufgerufen hatte. Sie wollte mit diesem Generalstreik den Achtstundentag durchsetzen. Aber schon am 1. Mai 1856, 30 Jahre zuvor, hatte es in Australien Massendemonstrationen gegeben, die ebenfalls den Achtstundentag forderten.

Moving Day

Früher galt der 1. Mai als moving day. An diesem tag wurden öfters Wechsel im Beruf oder Wohnort durchgeführt.

1. Mai in Deutschland

In Deutschland gab es im Jahr 1919 den ersten Versuch, den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag zu bestimmen. Der Versuch scheiterte aber. Die Konservativen wollten keinen FEiertag, der Tag der Arbeit hieß und der USPD (aus der über Umwege und hier sehr verkürzt dargestellt später die KPD wurde) ging die Forderung nach einem einzelnen Feiertag nicht weit genug. Erst die Nationalsozialisten erklärten den 1. Mai dann zum Feiertag. Das erste Mal frei war dann am Tag der nationalen Arbeit am 1. Mai 1933. Und am 2. Mai 1933 wurden in Deutschland die Gewerkschaften gleichgeschaltet und die Gewerkschaftshäuser gestürmt.

Der 1. Mai überlebte das Dritte Reich. In der DDR und anderen sozialistischen Ländern wurde der 1. Mai dann auch als Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus begangen.

Und heute?

Freuen sich die meisten Arbeitnehmer wohl darüber, dass sie am 1. Mai ausschlafen können. Das der Tag im Zusammenhang mit dem Kampf um den 8-Stunden Tag (damals war der 12-Stunden Tag die Regel) steht und mit dem Kampf der Gewerkschaften für Arbeitnehmerrechte … das dürfte eher unbekannt sein. Leider. Man muss sicherlich nicht so weit gehen, wie in der DDR. Aber sich an die wichtige Arbeit der Gewerkschaften zu erinnern, das ist aus Arbeitnehmersicht kein Fehler.

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